GESCHICHTE DER KARPATHOS - Olympos Studios

 
   
 
         
 
 

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GESCHICHTE DER KARPATHOS

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Die griechische Insel Karpathos (griechisch Κάρπαθος [ˈkarpaθɔs] (f. sg.), türkisch Kerpe, italienisch Scarpanto,lateinisch Carpathus) ist mit 300,152 km² nach Rhodos die zweitgrößte Dodekanes-Insel. Seit 2011 bildet die Insel mit der Insel Saria und weiteren Felseninselchen eine Gemeinde in der Region Südliche Ägäis. Nach der Volkszählung von 2011 hatte Karpathos 6226 Einwohner. Hauptort ist Karpathos, früher auch Pigadia genannt.

Karpathos liegt auf dem östlichen Südägäischen Inselbogen, der die Gebirgszüge der Peloponnes mit dem Taurusgebirge in der südwestlichen Türkei verbindet und gleichzeitig die Grenze der Ägäis zum Mittelmeer darstellt. Nachbarinseln sindRhodos, 46 km nordöstlich, und Kasos, 6 km südwestlich, sowie im Norden, getrennt durch eine knapp 100 m breite und ca. 1,5 m tiefe Meerenge, das Eiland Saria.

Die größte Länge hat die Insel mit etwa 48 km in Nord-Süd Richtung, die maximale Breite erreicht fast 12 km, die schmalste Stelle weniger als 3,5 km. Ein kahler, teilweise mit Kiefern bewaldeter Bergzug durchzieht die Insel von Norden bis zur Mitte der Insel. Während im Norden Höhen über 600 m erreicht werden, steigt die Kali Limni (Καλή Λίμνη) im zentralen Inselbereich auf eine Höhe von 1.215 m an, zusammen mit dem Attavyros auf Rhodos die höchste Erhebung der Dodekanesinseln. Südlich davon wird es zunächst hügeliger, im äußersten Süden flach. Ein großer Teil der einst üppigen Bewaldung fiel mehreren verheerenden Waldbränden zum Opfer.

Geschichte

Römische Zisterne bei Lefkos

Die erste Besiedelung Karpathos begann bereits in der Epoche der Jungsteinzeit.

Bedingt durch die geografische Lage zwischen Kreta und den Dodekanes-Inseln entwickelte sich Karpathos in der mittel- und spätminoischen Zeit (ca. 2000 bis 1400 v. Chr.) überdurchschnittlich. Die kretischen Minoer wurden etwa ab 1400 v. Chr. mit den mykenischen Griechen als Inselbewohner ergänzt.

Rund 200 Jahre später übernahmen die Dorer die Herrschaft über Karpathos. Die Insel erlebte darauf folgend eine regelrechte Blütezeit. Es entstanden die vier Städte Poseidion (heute Karpathos), Arkesia (heute Arkasa), Vrykous (heute Vourgunda) und Nisyros (heute Ta Palatia, Saria), weshalb der Schriftsteller Strabon die Insel auch Tetrapolis (Vierstädteinsel) nannte.

Möglicherweise wurde die Insel im 6. Jahrhundert v. Chr. zeitweise von den Persern besetzt. Jedenfalls schloss sich Karpathos 477 v. Chr. dem 1. Attischen Seebund an, einem Verteidigungsbündnis gegen Persien unter der Führung Athens.

Während des Peloponnesischen Kriegs (431 bis 404 v. Chr.), ausgetragen zwischen dem von Athen geführten 1. Attischen Seebund und dem Peloponnesischen Bund unter der Führung Spartas, stand Karpathos vorerst auf der Seite Athens, wechselte jedoch, als sich die Niederlage Athens abzeichnete, die Front. Nur wenige Jahre später geriet Karpathos unter die Abhängigkeit von Rhodos und folgend wieder unter die Herrschaft Athens, so dass Karpathos im Jahr 378 v. Chr. dem 2. Attischen Seebund beitreten musste.

Nach der Niederlage Athens bei der Schlacht von Chaironeia im Jahr 378 v. Chr. gegen den makedonischen König Philipp II.und seinen Sohn Alexander den Großen endete vorerst die politische Bindung der Insel zu Athen und dem griechischen Festland. Karpathos geriet unter den Einfluss des Hellenismus und wurde 42 v. Chr. ins römische Reich eingegliedert.

Nach der römischen Reichsteilung von 395 fiel Karpathos unter die Herrschaft des Oströmischen Reichs (das sich später zum Byzantinischen Reich entwickelte). Da Karpathos geografisch nur am Rande dieses Reichs und dessen Hauptstadt Konstantinopel lag, war dessen Einfluss auf die Insel eher gering. Dafür litt die Inselbevölkerung in den nächsten Jahrhunderten unter den Piratenüberfällen, vor allem ausgehend von den Sarazenen. Diese Überfälle bewirkten, dass die Inselbewohner ihre Siedlungen an den Küsten verließen und im Inselinneren neue Dörfer gründeten (so wurden die Fluchtsiedlungen Olymbos, Menetes, Aperi,Volada und Othos erbaut).

Mit der Eroberung und Plünderung Konstantinopels durch die Kreuzritter im Jahr 1204 wurde auch das Byzantinische Reich zerschlagen und dessen Gebiet neu aufgeteilt. Karpathos ging in den Besitz reicher Venezianer über und erhielt den italienischen Namen Scarpanto, mit dem es in dieser Sprache noch heute bezeichnet wird.


 
Karte von Karpathos aus dem Jahr 1597 vom Venezier Giacomo Franco

Im Jahr 1537 wurde Karpathos ins Osmanische Reich einverleibt und blieb folgend fast 400 Jahre in türkischem Besitz. Offiziell erhielt die Insel den Namen Kerpe. Der Einfluss der Osmanen auf die Insel blieb jedoch eher gering, die größte Bedrohung der Bewohner ging weiterhin von den Piratenangriffen aus.

Während des Griechischen Unabhängigkeitskrieges (1821–1829) wurde Karpathos bereits 1823 aus der türkisch-osmanischen Herrschaft befreit und Teil der sich neu formierenden unabhängigen griechischen Republik. Durch den Beschluss des Londoner Protokolls musste jedoch Griechenland 1830 die Dodekanes-Inseln im Tausch mit Euböa wieder dem Osmanischen Reich abtreten.

Die türkische Herrschaft dauerte bis zum Mai des Jahres 1912. Gegen Ende des Italienisch-Türkischen Kriegs eroberten die Italiener bei nur noch geringem türkischem Widerstand Karpathos und weitere Dodekanes-Inseln. Die Hoffnung der Inselbewohner auf Freiheit bzw. Vereinigung mit dem griechischen Festland erfüllte sich jedoch nicht, da Italien fortan die eroberten Inseln mit harter Hand als eigene Provinz verwaltete.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde ab 1943 die italienische Provinzverwaltung auf Karpathos mit Soldaten der deutschen Wehrmacht ergänzt. Durch die sich abzeichnende Niederlage Nazi-Deutschlands erfolgte am 4. Oktober 1944 der Abzug der italienisch-deutschen Besatzung. Die Insel wurde vorübergehend unter britische Verwaltung gestellt, ehe am 7. März 1948 Karpathos wie auch die weiteren Dodekanes-Inseln mit Griechenland vereinigt wurden.

Am 23. Mai 2006 kollidierten in der Nähe der Insel ein griechisches und ein türkisches Kampfflugzeug vom Typ F-16 „Falcon“ bei einem Abfangmanöver.[3]Griechenland beansprucht einen nationalen Luftraum mit einer Breite von 16 Kilometern jenseits der eigenen Küstenlinien. Die Türkei erkennt aber nur zehn Kilometer an, was der Breite der nationalen Seegebiete entspricht. Ein Jahr später wurde in der Stadt Karpathos in der Nähe des Hafens ein Denkmal für den von der Insel stammenden getöteten griechischen Piloten errichtet. Wegen Konflikten in der Ägäis standen Griechenland und die Türkei seit 1974 bereits drei Mal am Rande eines Krieges.

Verwaltungsgliederung

 

Nach dem Anschluss an Griechenland 1947 war die Insel Karpathos kurzfristig in zehn Gemeinden (Dimi δήμοι) untergliedert. Im folgenden Jahr erhielten mit Ausnahme Pigadias die übrigen Gemeinden den Status von Landgemeinden (Kinotites κοινότητες). Mit der Umsetzung des Kapodistrias-Programms 1997 erfolgte die Eingliederung von acht Landgemeinden zur Stadtgemeinde Karpathos. Die Landgemeinde Olymbos behielt ihren Status. Durch die Verwaltungsreform 2010wurden die ehemaligen Gemeinden der Insel zur neuen Gemeinde Karpathos (Δήμος Καρπάθου Dimos Karpathou) zusammengelegt. Verwaltungssitz ist die Stadt Karpathos. Die bisherigen Gemeinden bilden Gemeindebezirke, die ehemaligen Gemeindebezirke sind Ortsgemeinschaften mit Ausnahme des Stadtbezirks Karpathos. Sie wählen eigene lokale Vertretungen.